Was ist ein DNS-Leak?
Jeder Websitebesuch beginnt mit einer DNS-Abfrage, die einen Namen wie example.com in eine IP-Adresse übersetzt. Normalerweise antwortet der DNS-Server deines Internetanbieters. Mit VPN sollten diese Abfragen durch den verschlüsselten Tunnel zum eigenen DNS-Server des VPN laufen.
Ein DNS-Leak liegt vor, wenn Abfragen außerhalb des Tunnels beim DNS-Server deines Providers landen. Websites sehen weiterhin die IP des VPN, aber dein Provider sieht jede Domain, die du besuchst, und seine DNS-Filter oder -Sperren greifen weiterhin.
So funktioniert ein DNS-Leak-Test
Ein Browser kann nicht melden, welchen DNS-Server er nutzt. Ein Leak-Test lässt deinen Browser daher mehrere eindeutige, zufällige Hostnamen einer Domain auflösen, deren DNS-Server der Tester betreibt. Dieser Server protokolliert, welche Resolver-IP-Adressen danach gefragt haben. Gehören diese Resolver bei verbundenem VPN zu deinem Internetanbieter, leakt dein DNS.
Der Test oben macht genau das: Er listet jeden Resolver mit Anbieter, Netzwerk und Land und vergleicht sie mit der IP, die Websites sehen. Testnamen und Resolver-IPs werden nach 10 Minuten gelöscht.
DNS-Server manuell prüfen
Führe einen dieser Befehle im Terminal (macOS, Linux) oder in der Eingabeaufforderung (Windows, nur nslookup) aus. Jeder fragt einen öffentlichen Dienst nach der IP-Adresse des DNS-Resolvers, der ihn kontaktiert hat:
nslookup -type=txt o-o.myaddr.l.google.com
dig +short TXT o-o.myaddr.l.google.com
dig +short whoami.akamai.netSo liest du das Ergebnis
- Finde mit einem beliebigen WHOIS- oder IP-Abfragedienst heraus, wem die zurückgegebene Adresse gehört.
- Gehört sie bei verbundenem VPN deinem Internetanbieter, leakt dein DNS.
- Gehört sie deinem VPN-Anbieter oder einem selbst gewählten Resolver wie Cloudflare (1.1.1.1) oder Google (8.8.8.8), gibt es kein Leak zu deinem Provider.
- Diese Befehle testen den DNS deines Betriebssystems. Hat dein Browser „Sicheres DNS“ (DNS over HTTPS) eingeschaltet, schickt er seine Abfragen stattdessen an diesen Anbieter.
So behebst du ein DNS-Leak
- Schalte in deiner VPN-App den DNS-Leak-Schutz (manchmal „VPN-DNS verwenden“ genannt) und den Kill Switch ein.
- Stelle sicher, dass das VPN auch IPv6 abdeckt, oder schalte IPv6 an deinem Netzwerkadapter aus. IPv6-Abfragen können reine IPv4-VPNs umgehen.
- Schalte verschlüsseltes DNS ein: „Sicheres DNS“ in Chrome, Edge oder Brave oder „DNS über HTTPS“ in Firefox, mit dem Resolver deines VPN oder einem Anbieter deines Vertrauens.
- Prüfe, dass dein Router oder ein manuell gesetzter DNS-Server die Einstellungen des VPN nicht überschreibt, und teste dann erneut.